Pirsch
Profi-Tipps für die Blattjagd während der Brunft
Erfolgreich Blattjagen auf den Rehbock
Einen Rehbock erfolgreich mit dem Blatter heranzulocken, gehört zu den spannendsten Jagdformen überhaupt. Gleichzeitig braucht es Übung und Erfahrung, um wirklich erfolgreich zu werden. Hier finden Sie praktische Tipps für eine erfolgreiche Blattjagd auf den Rehbock.
Es gibt viele Möglichkeiten, Rehböcke zu jagen – die Blattjagd während der Brunft zählt jedoch zu den intensivsten Erlebnissen. Einen Bock erfolgreich auf Rufdistanz heranzubekommen, macht diese Jagdform besonders faszinierend.
Wie bei jeder Jagdart gilt auch hier: Übung macht den Unterschied. Nutzen Sie jede Gelegenheit während der Blattzeit, um verschiedene Situationen zu trainieren und Erfahrungen zu sammeln.
Mit wachsender Erfahrung steigen nicht nur die Erfolgschancen, sondern auch die Freude an der Jagd. Die folgenden Tipps helfen dabei, Rehböcke erfolgreicher zu blatten.
„Beginnen Sie immer vorsichtig zu blatten – ein Bock wird misstrauisch, wenn plötzlich laute Rufe mitten aus seinem Einstand ertönen.“

Der richtige Standort für die Blattjagd
Den passenden Platz wählen
Entscheidend ist, den Blatteinstand möglichst lautlos zu erreichen. Planen Sie den Anmarsch frühzeitig und überlegen Sie genau, wie Sie den Platz anwechseln.
Ideal ist ein verdeckter Standort mit möglichst guter Rundumsicht. Besonders geeignet sind leichte Geländeerhöhungen im Wald, da sich Böcke dort oft einfacher blatten lassen. Auf offenen Flächen oder direkt aus dichtem Wald heraus zu locken, ist deutlich schwieriger – vor allem außerhalb der Hochbrunft.
Optimal ist ein offener Waldbereich in 50 bis 75 Metern Entfernung zu dichter Deckung, mit freiem Gelände in Windrichtung hinter dem Standplatz. Böcke versuchen häufig, den vermeintlichen Rivalen oder die Ricke zu umkreisen und in den Wind zu kommen.
Kann ein Bock verdeckt um Sie herumziehen und Ihre Witterung aufnehmen, bemerken Sie ihn oft gar nicht, bevor er abspringt. Der richtige Standplatz verhindert genau das.
Windrichtung permanent kontrollieren
Bei der Blattjagd entscheidet der Wind über Erfolg oder Misserfolg. Ein Bock, der Ihre Witterung bekommt, wird nicht mehr zustehen.
Ein Windprüfer oder Windprüfpuder hilft dabei, die Windrichtung zuverlässig zu kontrollieren. Prüfen Sie den Wind regelmäßig – sowohl beim Angehen als auch während des Blattens.
Kennen Sie den Einstand eines reifen Bockes, sollten Sie möglichst mit dem Wind in seinem Kernrevier sitzen. Wählen Sie den Platz immer passend zur aktuellen Windrichtung.
Es ist deutlich sinnvoller, auf passende Bedingungen zu warten, als einen Bock durch schlechten Wind unnötig misstrauisch zu machen. Ein vergrämter Bock lässt sich später deutlich schwerer blatten.

Erfolgreich Rehböcke blatten
Ruhe bewahren
Sobald Sie Ihren Platz erreicht haben, sollten Sie zunächst etwa zehn Minuten ruhig bleiben, bevor Sie mit dem Blatten beginnen.
Die Natur um Sie herum muss sich zunächst beruhigen. Warnrufe von Vögeln oder unnatürliche Stille machen Böcke schnell misstrauisch.
Jede ungewöhnliche Veränderung im Revier kann dazu führen, dass der Bock fernbleibt.
Vorsichtig mit dem Blatten beginnen
Starten Sie immer zurückhaltend. Hört ein Bock plötzlich laute und aggressive Töne mitten in seinem Revier, wird er oft skeptisch reagieren.
Steht der Bock bereits in der Nähe, reichen meist leise Laute aus, um ihn neugierig zu machen. Gleichzeitig fallen kleine Fehler bei vorsichtigen Lauten weniger auf.
Wenn nach etwa 20 Minuten keine Reaktion erfolgt, können die Rufe langsam intensiver werden. Teilweise darf deutlich aggressiver geblattet werden, als viele Jäger vermuten.
Auch Stampfen mit Fuß oder Hand kann sinnvoll sein, da Böcke selbst in bestimmten Situationen stampfende Geräusche erzeugen.

Ausrüstung für die Blattjagd
Blatter, Tarnung und passende Munition
Länger als eine Stunde sollte man selten an einem Platz bleiben. Hat ein Bock bis dahin nicht reagiert, wird er meist auch später nicht mehr zustehen. Wechseln Sie lieber den Standort und versuchen Sie es erneut.
Im Video verwendet der Jäger einen Rottumtaler Rehblatter. Anleitungen zur Nutzung finden sich auf YouTube, daneben gibt es jedoch viele weitere effektive Blatter auf dem Markt.
Tarnung ist bei der Blattjagd grundsätzlich von Vorteil. Gleichzeitig sollte auf sehr kleine Kaliber wie .222 möglichst verzichtet werden. Gerade im Wald oder bei schnellen Schüssen durch leichte Deckung können leichte Geschosse schneller abgelenkt werden.
Kaliber ab .308 mit kontrolliert deformierenden Geschossen eignen sich deutlich besser für diese Jagdart.

Die richtige Optik für die Blattjagd
Starke Vergrößerungen sind bei der Blattjagd meist unnötig und können sogar hinderlich sein.
Zielfernrohre mit niedriger Grundvergrößerung – beispielsweise bis 2-fach – sind deutlich besser geeignet. Auch Rotpunktvisiere funktionieren hervorragend, da sie ein schnelles Erfassen des Zielbereichs ermöglichen.
Gerade wenn ein Bock plötzlich auf den Ruf zusteht, zählt oft jede Sekunde.
Zusätzlich spielen Rotpunktvisiere ihre Vorteile bei schlechten Lichtverhältnissen im Wald sowie in den frühen Morgen- und späten Abendstunden aus.