Gebirgsjagd unter Extrembedingungen
Mountain Hunter Expedition im Praxistest
Härkila Mountain Hunter Expedition im Einsatz
Im September 2022 hatte ich die Gelegenheit, Härkila’s neues Shell-Set Mountain Hunter Expedition während einer ursprünglichen Gebirgsjagd in Kasachstan auf mittelasiatischen Steinbock (Ibex) zu testen.
Die Reise stellte Mensch und Ausrüstung vor sehr unterschiedliche Herausforderungen. Das Set wurde bei stark wechselnden Wetterbedingungen eingesetzt – von warmen, sonnigen Tagen bis hin zu extrem windigen Phasen mit Schneefall, teils nahe an echten Blizzard-Bedingungen. Die Jagd fand sowohl zu Fuß als auch hoch zu Pferd statt, in Höhenlagen zwischen 2.000 und 3.000 Metern über dem Meeresspiegel. Die Temperaturen reichten von minus 8 Grad in den kältesten Tageszeiten bis zu plus 20 Grad an windstillen, sonnigen Tagen.

Ich nutzte das Set sowohl während der Jagd als auch im Zeltlager – also bei allen Tätigkeiten, die das Leben im Camp mit sich bringt.
Bei Gebirgsjagden ist absolute Geräuschlosigkeit nicht immer ausschlaggebend, da Wild häufig auf große Distanzen angesprochen wird. Dennoch kann man durchaus in Situationen kommen, in denen man sehr nah ans Wild herankommt und dann ist leise Bekleidung stets ein Vorteil.

Geräuscharm auch bei Kälte
Das Erste, was mir auffiel: Das Mountain Hunter Expedition Set ist außergewöhnlich leise – selbst bei Minusgraden. Membranen neigen bei Kälte oft dazu, steifer und damit lauter zu werden. Bei diesem Set war das nicht der Fall.
Robustheit im Hochgebirge
Die Berge im Osten Kasachstans sind geprägt von extrem scharfkantigem Gestein. Bekleidung für die Gebirgsjagd muss daher besonders widerstandsfähig sein, da man häufig über Felsen kriecht oder sich beim Absuchen der Hänge mit dem Fernglas auf ihnen abstützt.
Auch Schüsse werden oft von Felsen oder aus niedrigem, zähem Bewuchs heraus abgegeben – Bedingungen, die ohne ausreichend robuste Bekleidung schnell zu Schäden führen. Nach dem gesamten Test konnte ich keinerlei Löcher oder Abriebspuren an der Kleidung feststellen.
Abweisend gegen Samen, Dornen und Schmutz
Während der Jagd bewegten wir uns auch durch Talbereiche mit vielen Gräsern und Kräutern, deren Samenstände dafür „gemacht“ sind, sich im Fell von Tieren – und leider auch in Kleidung – festzusetzen. Diese Samen können nicht nur störend sein, sondern auch mühsam zu entfernen.
Das Material des Mountain Hunter Expedition wies diese Samen zu 100 Prozent ab. Gleiches galt später für kleine Dornen, als wir durch dichtes Buschwerk aus Wildrosen ritten. Abends konnte ich entspannt im Camp sitzen, während meine Guides Samen aus ihrer Kleidung entfernten.
Ein weiterer Vorteil der Materialoberfläche: Sollte beim Aufbrechen Wildbret Blut auf die Kleidung gelangen, lässt sich dieses sehr einfach auswaschen. Eiskaltes Flusswasser genügte völlig.

Durchdachte Details und Passform
Die Taschen der Jacke sind sinnvoll platziert und bieten ausreichend Platz für Handschuhe, Mütze, Munition und Mobiltelefon. Die Kapuze ist großzügig geschnitten und lässt sich problemlos über die Kapuze einer Daunenjacke ziehen.
Die Passform des Mountain Hunter Expedition Sets ist hervorragend. Selbst über mehreren Bekleidungsschichten getragen, fühlt es sich nicht sperrig an. Besonders gelungen ist das integrierte Elastikband in der Taille, das wie ein eingebauter Gürtel wirkt – ein äußerst durchdachtes Detail.
Die Reißverschlüsse liefen zuverlässig und dicht. Persönlich hätte ich mir an den Zippern Kordeln in Signalfarbe gewünscht, um sie im Dunkeln schneller zu finden – das Tarnmuster ist so effektiv, dass dunkle Zipper darin fast verschwinden.

Wetterschutz und Belüftung
Während des gesamten Einsatzes blieb mein Körper unter der Membran trocken – selbst bei stundenlangen Ritten. Wie bei jeder Membranbekleidung ist das Set jedoch nicht für intensive körperliche Belastung gedacht, da sich Feuchtigkeit auf der Innenseite sammeln kann.
Genau hier spielt das Mountain Hunter Expedition Set seine Stärke aus: große Öffnungen sowie einfaches An- und Ausziehen machen es ideal für wechselnde Aktivitätslevel.
Die Hose verfügt über durchgehende Reißverschlüsse an beiden Beinen – von der Taille bis zu den Stiefeln. Das ermöglicht effektive Belüftung unterwegs und erleichtert das An- und Ausziehen erheblich. Bei Anstrengung lässt sich die Hose schnell öffnen oder ausziehen, bei Kälte ebenso schnell wieder anlegen.
Windschutz im Hochgebirge
Besonders überzeugt hat mich das Set als Windschutz an kalten, windigen Tagen. Der Unterschied im Komfort ist deutlich spürbar – etwa beim Sitzen auf einem zugigen Bergkamm. Winddichte Abschlüsse an Handgelenken und Saum sowie eine eng schließende Kapuze bieten zuverlässigen Schutz.
Das Shell-Set, das häufig im Rucksack transportiert wird, ist zudem extrem kompakt und nimmt kaum Platz ein.
Regen, Schnee und Tarnung
Während der Expedition hatten wir keinen Regen. Zuhause testete ich das Set jedoch bei typisch dänischem Dauerregen – mit dem Ergebnis: komplett trocken.
Das helle Tarnmuster eignet sich hervorragend für die Jagd im Gebirge, funktioniert aber ebenso gut in verschneiten Landschaften. Für mich ist klar: Dieses Set wird mich künftig auf Jagdreisen in ganz Skandinavien – und darüber hinaus – begleiten.
Empfehlung
Ich empfehle, das Set eine Nummer größer zu wählen, als man normalerweise trägt, damit es problemlos über einer isolierenden Jacke getragen werden kann.
Das Mountain Hunter Expedition Set erhält meine uneingeschränkte Empfehlung und wird künftig ein fester Bestandteil meines Rucksacks – für Jagd und Trekking gleichermaßen.
Einige Eindrücke von der Expedition sehen Sie hier:
About the author
Jens Kjaer Knudsen & Thomas Lindy Nissen
These guys are adventure hunters with great experience in hunting and shooting. Over the last decade, Jens and Thomas have teamed up as hunter and hunting photographer. Jens is a very experienced big game hunter who has taken more than 200 game species around the world. In 2021 he succeeded as the first European hunter to take all 11 huntable chamois species in the world. Thomas has distributed thousands of hunting photos and articles to various international hunting magazines. The team has covered their adventures in articles from many remote destinations in more than 40 countries spread on all continents.